

🧿 Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zählt zu den häufigsten Ursachen für eine Sehverschlechterung im höheren Lebensalter. In Deutschland sind etwa fünf bis sechs Millionen Menschen betroffen. Die Erkrankung betrifft die Makula – die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut – und kann unbehandelt zur Erblindung führen.
🔍 Formen der Makuladegeneration
Man unterscheidet zwei Hauptformen:
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Trockene (atrophe) Makuladegeneration
Diese Form macht etwa 80 % der AMD-Fälle aus, ist jedoch nur für 5–10 % der durch AMD bedingten Erblindungen verantwortlich. Sie beginnt mit Ablagerungen von Stoffwechselprodukten (sogenannte Drusen) und einer gestörten Durchblutung der Aderhaut. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu einem flächigen Zelltod des retinalen Pigmentepithels kommen (geografische Atrophie). Der Verlauf ist meist langsam, kann aber – insbesondere bei zentraler Lage – auch rasch zu Sehverlust führen.
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Feuchte (exsudative) Makuladegeneration
Diese seltenere, aber aggressivere Form ist durch das Wachstum krankhafter Blutgefäße unter der Netzhaut (choroidale Neovaskularisationen, CNV) gekennzeichnet. Diese neigen zu Flüssigkeitsansammlungen und Blutungen. Unbehandelt führt sie rasch zur Leseblindheit. Dank moderner Therapien mit VEGF-Hemmstoffen kann das Fortschreiten heute effektiv aufgehalten werden.
⚠️ Funktionelle Auswirkungen
Eine Schädigung der Makula kann folgende Beschwerden verursachen:
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Verminderte Sehschärfe und Lesefähigkeit
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Reduziertes Kontrast- und Farbsehen
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Eingeschränkte Lichtanpassung (Adaption)
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Erhöhte Blendungsempfindlichkeit
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Zentrale Gesichtsfeldausfälle
🩺 Diagnostik
Zur Früherkennung eignet sich der Amsler-Gitter-Test, der auch zu Hause durchgeführt werden kann. Bei Auffälligkeiten wie verzerrten Linien, dunklen Flecken oder „Löchern“ im Gitterbild sollte umgehend eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.
Für eine präzise Diagnostik stehen folgende Verfahren zur Verfügung:
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Optische Kohärenztomografie (OCT)(Klicken Sie auf das Text für weiterführende Fachinformationen)
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Fluoreszenzangiografie (Goldstandard bei feuchter AMD)
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Scanning-Laser-Ophthalmoskopie
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Perimetrie zur Gesichtsfeldanalyse
🛡️ Therapie und Prävention
🔹 Trockene Makuladegeneration
Eine kausale Heilung ist derzeit nicht möglich. Ziel ist es, das Fortschreiten zu verlangsamen:
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Einnahme von hochdosierten Luteinpräparaten (z. B. 10 mg täglich)
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Vermeidung von Risikofaktoren wie Nikotin, Alkohol und chronischem Stress
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Regelmäßige augenärztliche Kontrollen
🔹 Feuchte Makuladegeneration
Die Standardtherapie besteht in der intravitrealen Injektion von Anti-VEGF-Medikamenten (IVOM), die das krankhafte Gefäßwachstum hemmen. In bestimmten Fällen kommen auch Laser- oder photodynamische Therapien zum Einsatz. Eine frühzeitige Behandlung kann die Sehkraft stabilisieren oder teilweise wiederherstellen.
🔎 Sehhilfen bei AMD
Zur Verbesserung der Sehfähigkeit stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung:
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Handlupen, Lupenbrillen, Fernrohrbrillen
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Elektronische Lesegeräte und Bildschirmvergrößerung
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Spezialfiltergläser (Kantenfilter, Blaublocker)
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Softwarelösungen für PC-Arbeitsplätze
Die individuelle Anpassung erfolgt idealerweise durch spezialisierte Einrichtungen wie Sehbehindertenambulanzen, Blindenstudienanstalten oder qualifizierte Augenoptiker. Auch Orthoptisten bieten zunehmend Low-Vision-Trainings an.
👨⚕️ Bei ersten Anzeichen wie verzerrtem Sehen oder Leseschwierigkeiten empfehlen wir eine zeitnahe augenärztliche Abklärung. Wir beraten Sie gerne persönlich und begleiten Sie mit modernen Diagnose- und Therapiemethoden.
